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Aktueller Betrüger-Trick: „Malta-Mahnung“

eingestellt von Mylena Baumann am 27. September 2018

Mit immer neuen Tricks versuchen Kriminelle ahnungslose Bankkunden um deren Erspartes zu bringen. Kriminalhauptkommissar Lothar Rieger erläutert im Interview aktuelle Betrugsmaschen und erklärt, warum sich Geschädigte unbedingt bei der Polizei melden sollen.

 

 

Herr Rieger, vor welchen Betrugsmaschen warnen Sie aktuell?

Kriminalhauptkommissar Lothar Rieger: Die Polizei warnt derzeit insbesondere ältere Menschen vor redegewandten Betrügerinnen und Betrügern, welche sie mit Enkeltrick, Gewinnversprechen oder als falsche Polizeibeamte hereinzulegen versuchen.

Brandaktuell und besonders dreist ist die Masche des falschen Polizeibeamten. Bei dieser Betrugsart geben sich die Kriminellen am Telefon beispielsweise als Kommissare aus, die einer Einbrecherbande unmittelbar auf der Spur sind. Deshalb müssten Bargeld und Schmuck sichergestellt werden, damit sie nicht in deren Hände fallen würden. Um Bedenken beim Opfer zu zerstreuen, lassen die Täter häufig die Notrufnummer 110 am Telefondisplay anzeigen. Über die Notrufnummer ruft die Polizei jedoch niemals an!

Andere Betrüger versprechen hohe Gewinne und verlangen vor der angeblichen Gewinnübergabe eine Gegenleistung wie die Bezahlung von Gebühren oder einen Rückruf bei einer kostenpflichtigen Telefonnummer.

 

Was verbirgt sich hier der „Malta-Mahnung“?

Hierbei geben sich Täter als Mitarbeiter der Bank des späteren Opfers aus und gaukeln vor, man hätte illegale Abhebeversuche einer maltesischen Lottogesellschaft von dessen Konto verhindert und zwischenzeitlich die Polizei informiert. Zudem können kurz darauf fingierte Mahnschreiben der Lottogesellschaft bei dem Opfer eingehen. Danach beantragen die gerissenen Gauner mittels gefälschter E-Mail-Adresse Online-Banking für das Opfer. Sobald es diese Unterlagen tatsächlich von seiner Bank erhalten hat, ruft der „Bankmitarbeiter“ erneut an. Bei diesem Gespräch kann er schließlich zum eigentlichen Ziel kommen und Zugangsdaten für das Online-Banking abfragen, mit denen er in der Lage sein wird, Geld des Opfers auf ausländische Konten zu transferieren.

 

Was gibt es sonst noch für Tricks?

Vorsichtig sollte man sein, wenn sich ein Fremder als angeblich früherer Bekannter oder Arbeitskollege ausgibt und einem aus „Dankbarkeit“ oder „Wiedersehensfreude“ beispielsweise eine Lederjacke schenken oder etwas supergünstig verkaufen möchte. Am Ende wird man vielleicht doch über den Tisch gezogen. Generell sollte man sich immer fragen: Kann das überhaupt sein, was mir da erzählt wird?

 

Was steckt hinter dem Enkeltrick?

„Rate mal, wer dran ist?“ So oder so ähnlich könnte ein Telefongespräch beginnen, bei dem sich Betrüger bei älteren Menschen melden und sich als Enkel, Verwandte oder gute Bekannte ausgeben. Die dringende Bitte um Geld wird durch das Vortäuschen einer finanziellen Notlage untermauert, beispielsweise wegen eines Verkehrsunfalls oder dem Kauf einer Immobilie. Meist sollen die Betroffenen größere Geldbeträge bei ihrer Bank abheben. Nicht selten wird das Abheben von den Tätern beobachtet und gleich wieder angerufen, sobald das Opfer nach Hause zurückkehrt. Der „Enkel“ teilt nun telefonisch mit, dass er wegen Verhinderung einen guten Freund zur sofortigen Abholung des Geldes schicken wird.

 

Was raten Sie Geschädigten?

Wer Opfer eines Betrügers geworden ist, braucht sich keinesfalls zu schämen, denn die Gauner gehen äußerst raffiniert vor. Und wer die Masche nicht genau kennt, kann schnell hereinfallen. Im Falle eines Betruges oder eines versuchten Betruges sollte man sich sofort an die Polizei wenden und Anzeige erstatten.

 

Im Übrigen empfiehlt die Polizei:

  • Vertrauen Sie am Telefon nicht bedenkenlos fremden Personen.
  • Lassen Sie sich nicht ausfragen und geben Sie keinesfalls Auskunft über Ihre Vermögensverhältnisse oder Ihre familiäre Situation.
  • Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen. Legen Sie den Hörer lieber auf.
  • Ziehen Sie Personen zu Rate, denen Sie vertrauen.
  • Notieren Sie möglichst die angezeigte Rufnummer des Anrufers.
  • Lassen Sie keine Fremden in Ihre Wohnung.
  • Übergeben Sie kein Geld oder Wertsachen an Ihnen unbekannte Personen.
  • Informieren Sie bei Verdacht sofort die Polizei unter Notruf 110.

 

Warum sollte man sich als Geschädigter unbedingt an die Polizei wenden?

Je schneller die Strafverfolgung beginnt, desto eher können Täter ermittelt, Geldtransfers vielleicht noch gestoppt und abhanden gekommene Wertsachen vor dem Totalverlust gerettet werden. Denken Sie an Ihre Mitmenschen, die die nächsten Opfer sein könnten, und melden Sie auch Betrugsversuche! Hierdurch erhält die Polizei wertvolle Hinweise über die Täter, kann das aktuelle Kriminalitätsgeschehen besser beurteilen und die Bevölkerung bei Bedarf gezielt warnen.

 

Wie reagiert die Polizei auf die Betrüger?

Da vor allem ältere Menschen betroffen sind, hat das Polizeipräsidium Tuttlingen in Rottweil eine zentrale Ermittlungsgruppe zur gezielten Bekämpfung von Betrugsstraftaten zum Nachteil älterer Mitmenschen eingerichtet.

 

Wo bekommt man Hilfe?

Hilfe erhält man bei jeder Polizeidienststelle. Hier vor Ort bei der Kriminalpolizeilichen Beratungsstelle Balingen, Charlottenstr. 4, 72336 Balingen, Telefon 07433/264-131 sowie im Internet unter www.polizei-bw.de und www.polizei-beratung.de

 

Herr Rieger, wir danken Ihnen für das Gespräch!

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